Navigieren in Googles digitalem Universum: Herausforderungen und Chancen für Webseitenbetreiber
March 1, 2024

In der modernen digitalen Landschaft spielen Suchmaschinen wie Google eine entscheidende Rolle bei der Navigation durch das schier unendliche Angebot an Online-Inhalten. Für Webseitenbetreiber und Content-Ersteller ist es daher von großer Wichtigkeit, in den Suchergebnissen gut sichtbar zu sein, um Traffic zu generieren und die eigene Marke zu stärken. Eine prominente Stellung in den Suchergebnissen von Google zu erlangen, ist jedoch eine Herausforderung, die durch die Einführung von Googles "From sources across the web"-Feature, einem speziellen Suchergebnis-Snippet, noch komplexer geworden ist.
Dieses Feature fasst Inhalte aus verschiedenen Quellen zusammen und präsentiert sie in einer Liste direkt auf der Suchergebnisseite (Search Engine Results Page, SERP). Es scheint, als hätte Google damit einen Weg gefunden, die Praktiken des programmatischen SEO – die Erstellung von Inhalten basierend auf Datenbanken – zu imitieren. Diese Entwicklung hat die SEO-Landschaft nachhaltig verändert und stellt insbesondere für kommerzielle, listenbasierte Inhalte eine Herausforderung dar.
Die Veränderung begann schrittweise. Google experimentierte seit 2017 mit Karussellformaten und führte um 2020 herum Inhaltszusammenfassungen für listenbasierte Inhalte ein. Etwa um 2022 herum wurde das Feature "From sources across the web" eingeführt, das heute frühere listenbasierte Inhaltszusammenfassungen zu ersetzen scheint. Dieses Feature wird vor allem für Suchanfragen mit kommerzieller Absicht verwendet, wie zum Beispiel "Beste (z.B. beste Date-Spots in {Stadt}, beste kleine Städte in der Nähe von {Stadt}, beste {Dienstleister}, beste {Software-Art}, beste {Software-Art für})" oder "Checkliste (z.B. YouTube-Checkliste)".
Die Kritik an diesem Ansatz ist vielfältig. Zum einen wird bemängelt, dass Google damit gegen seine eigenen Richtlinien für Inhalte verstößt und Praktiken fördert, die es selbst als Spam bezeichnet hat. Zum anderen scheint dieses Vorgehen nicht das Versprechen zu erfüllen, das Nutzererlebnis zu verbessern. Stattdessen verringert es die Sichtbarkeit von legitimen Publishern mit originellen Ideen und verschlechtert die Suchlandschaft insgesamt.
Google scheint für die Erstellung dieser SERP-Features Daten aus den umfangreichsten listenbasierten Inhalts-Websites zu ziehen – viele davon sind in zahlreichen Branchen ebenfalls große Unternehmen – und kombiniert sie mit seinen eigenen Daten über Entitäten und Marken. Dies wurde in einigen ihrer Patentschriften beschrieben, insbesondere im Patent US11720920B1 aus dem Jahr 2021, das ein Inhaltsverwaltungssystem oder Speichersystem (anders gesagt – eine Datenbank) beschreibt, in dem berechtigte Inhaltselemente (Entitäten, Marken) mit den Top-Suchergebnissen kombiniert werden, um ein kombiniertes Suchergebniselement zu erstellen.
Die Frage nach den Motiven von Google bleibt offen, doch es liegt nahe, dass das Unternehmen vor allem finanzielle Interessen verfolgt. Große Unternehmen mit enormen Datenbanken sind in der Regel diejenigen, die am meisten von programmatischem SEO profitieren. Vertreter von Expedia und Booking.com haben Google im Rahmen eines Kartellverfahrens vorgeworfen, Suchergebnisse zu monopolisieren, indem sie ihre Konkurrenz-Mikroorganisationen (wie Google Flights und Google Hotels) unfair fördern und gleichzeitig Änderungen an den Suchergebnisseiten vornehmen, während sie die Werbepreise erhöhen, um die Konkurrenz abzuschrecken.
Das "From sources across the web"-Snippet lässt sich nur durch bezahlte Platzierungen überwinden, was bedeutet, dass listenbasierte Anfragen jetzt ein reines "Pay-to-Play"-Spiel sind. Man zahlt entweder einem Drittanbieter, um in spammy Listen aufgeführt zu werden, oder man zahlt Google, um vor dem SERP-Feature als gesponserter Beitrag zu erscheinen.
Die Praxis, listenbasierte SERP-Features einzusetzen, schadet nicht nur Nutzern und Publishern, sondern auch der Such- und Informationslandschaft insgesamt. Sie bevorzugt einheitliche Antworten und unterdrückt wirklich einzigartige und originelle Ideen, was die Suche und Informationslandschaft verschlechtert.
Für Unternehmen, die auf organischen Traffic angewiesen sind, sind dies beunruhigende Nachrichten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die SEO-Branche an diese neuen Herausforderungen anpassen wird und ob Google seine Praktiken ändern könnte, um eine fairere und nutzerfreundlichere Sucherfahrung zu gewährleisten.